Verein für psych. erkrankte Künstler

Was kann ich als Angehöriger tun?

  • Im Akkutfall Notfallpsychiater informieren (ich selber habe leider die Erfahrung machen müssen, dass man mich nicht eingewiesen hatte, obschon ich bereits psychotisch war)
  • Abklären, ob Betroffener Besuch wünscht und wie oft
  • Keine Schuldzuweisungen
  • Aktiv zuhören, nachfragen auch wenn die Ideen des Betroffenen unter Umständen eigenartig sind: auf keinen Fall mit "du bist wohl wieder manisch" reagieren
  • Der Betroffene braucht Ihre Hilfe - meine Erfahrung hat gezeigt, dass wenn ich in einer depressiven Phase war, man mich aktivieren konnte, und zwar indem man mich zu einem Spaziergang oder auf einen Kaffee einlud - in dieser Phase bin ich sehr empfindlich und es braucht sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen - haben Sie dies nicht, ist Ihre Hilfe kontraproduktiv
  • Sobald die Akkutphase vorbei ist (unter Umständen musste der Betroffene auch nicht in eine Klinik eingewiesen werden) versuchen, einen möglichst authentischen Umgang zu pflegen. Nicht zu erzählen, was für Erfolge man selber erzielt, dies löst bei einer depressiven Phase nur wieder Unterlegenheitsgefühle aus, sondern einfach Zeit mit dem Betroffenen verbringen. Sollten Sie unter einem Dach mit dem Betroffenen leben, dann ist es wichtig, dass Sie ihn beisp. zu kleinen Spaziergängen oder Einkäufen mitnehmen.